KREISHAUPTAUSSCHUSS LEHNT GESAMTSCHULE BEI SITZUNG IN CAPPELN EINSTIMMIG AB - VIELE THEMEN BERATEN
Cappeln. Der FDP-Kreisverband Cloppenburg wiederholte nach einer Sitzung des Kreishauptausschusses in Cappeln ihre schon seit Jahren erhobene Forderung auf ein Gymnaisum in Garrel. Die jetzt vom CDU-Landtagsabgeordneten Bley angestachelte Diskussion um eine Gesamtschule für Garrel sei auf diesem Wege schädlich, entspreche nicht den Wünschen der Eltern und zerstöre auch das dreigliedrige Schulwesen nicht nur in Garrel.
Die nötigen Schülerzahlen würden in Garrel durchaus erreicht werden können. Die Übergangsquoten in Garrel seien im Moment teilweise sehr gering und würden sich bei der Einrichtung vorerst einer Außenstelle eines Gymnasiums deutlich erhöhen. Im übrigen seien die Übergangsquoten zwar im Kreisgebiet in den letzten Jahren deutlich höher geworden, entsprächen aber noch bei weitem nicht dem Landesschnitt. Während vor 15 Jahren jeder fünfte Schüler ein Gymnasium besucht habe, sei das jetzt zwar schon jeder Dritte, doch bei den Landkreisen ohne Integrierte Gesamtschule liege nur Wittmund darunter. Im Emsland sei der Anteil der Gymnasialschüler ein Zehntel höher, im Kreis Vechta gar um ein Drittel.
Einer der Gründe sei der weite Schulweg. Im Kreis Cloppenburg gebe es in den 13 Kommunen nur vier Gymnasialstandorte. Da halte in einem solchen Flächenlandkreis wie Cloppenburg mancher lange Schulweg vom Besuch des weit entfernten Gymnasiums ab, weil dafür Zeit, Weg und Geld nötig sei. Stattdessen gebe es ausgerechnet in einem solchen Landkreis zu große Gymnasien in Cloppenburg mit mehr als acht Zügen und Friesyothe. „Diese Gymnasien müssen entzerrt und kleiner werden“, forderte Martin Meinerling, der stellvertetende FDP-Kreisvorsitzende aus Bösel. Sollten in Garrel die höheren Übergangsquoten nicht erreicht werden, sei die Veränderung der Schuleinzugsbereiche ein Schritt zum Gymnasium. „Es kann doch nicht sein, dass wir gerade im Kreis Cloppenburg über zu große Schulen klagen, während viele Kommunen noch kein Gymnasium haben“, meinte FDP-Kreisvorsitzender Peter Friedhoff.
Cappelns Bürgermeister Reinhold Grote stellte die 76 Quadratkilometer große Gemeinde Cappeln vor. Mit 700 polnischen Saisonarbeitern sei Gemüsebau Mählmann der größte Arbeitgeber. Das erkläre auch den Einbruch der im Sommer erreichten Einwohnerzahl von 7.200 zum Jahresende auf rund 6.800. Neun Ortsteile haben zwischen 40 (Mintewede) und 1.500 (Sevelten) Einwohner.
Ausführlich wurden die baurechtlichen Einschränkungen durch Gas-Pipelines (an der jeder Linie 400 Meter) und die Immissions-Richtlinie des Cloppenburger Kreisbauamtes (GIRL) besprochen. Biogasanlagen mit mehr als 0,5 MW würden abgelehnt; die Pachtpreise in Garrel für Ackerland bewegten sich um 1.400 Euro/ha.
Ansonsten blühe das geschäftliche Leben in der nächstes Jahr das 850jährige Jubiläum (3. bis 7. Juli) feiernden Kommune. „Leerstehende Geschäfte gibt es in Cappeln nicht“, meinte der 60-jährige Bürgermeister Grote nach seinem prägnanten verbalen Parforce-Ritt durch die Kommune.
Den Ausbau der E 233 will die FDP weiter unterstützen. „Wer von Antwerpen durch die Niederlande zur A 1 fährt, merkt ab Meppen den eklatanten Unterschied“, merkte Hans Marquart (Löningen) an. Der dreistreifige Ausbau sei für Anwohner und Nutzer von enormen Vorteil.
Die geplante Erhöhung der Kreisumlage um vier Punkte fand schon jetzt kritische Stimmen. „Die Entwicklung 2008 zeigt, dass sich der Landkreis Anfang des Jahres schlechter gerechnet hat“, meinte FDP-Kreistagsmitglied Martin Meinerling. Nunmehr sei fast „auf den Heller genau“ die „freie Spitze“ erreicht worden, wie vor zwölf Monaten von den Liberalen errechnet. Ausführlich will sich der FDP-Kreisverband damit in einer Klausur am 6. Dezember beschäftigen. Einen Tag später referiert MdL Christian Dürr. Schon am 24. November kommt FDP-Umweltminister Hans-Heinrich Sander nach Sevelten, am 16. Januar dann FDP-Wirtschaftsminister Walter Hirche nach Lindern und Lastrup.

