Bildungsvielfalt in Niedersachsen

BJÖRN FÖRSTERLING (MdL) REFERIERT IN DER REIHE "POLITIK MIT BISS"

Friesoythe: - Im Rahmen Ihrer Veranstaltungsserie „Politik mit Biss“ haben die Cloppenburger Liberalen Björn Försterling nach Friesoythe eingeladen. Der jugend- und schulpolitische Sprecher der FDP – Landtagsfraktion referierte zum Thema „Bildungsvielfalt in Niedersachsen“.

Bereits vor dem offiziellen Start der Veranstaltung konnte Försterling den Gästen erklären, warum er sich für die Schulpolitik interessiert: „Bevor ich in den Landtag gewählt wurde, war ich Landesvorsitzender der JULIS und schon bei denen war die Bildungspolitik immer das zentrale Thema.“, so der Referent. Und als dann das Ressort dadurch frei wurde, dass Hans-Werner Schwarz zum Vizepräsident des Landtages gewählt wurde, habe Björn Försterling gebeten, dieses übernehmen zu dürfen.

Sein Referat begann der Landtagsabgeordnete dann mit den Grundzügen der Bildungsvielfalt in Niedersachsen. Deutliche Kritik übte Björn Försterling an dem Umgang der SPD mit den Hauptschülern. Diese hatten tags zuvor im Plenum die Abschaffung der Hauptschule gefordert, was vom Ministerpräsidenten postwendend abgelehnt wurde. „Wichtig ist nicht, was auf dem Türschild einer Schule steht, sondern das der Schüler die best mögliche Bildung erhält.“, so Försterling. Zu der Bildungsvielfalt gehöre neben dem bestehenden geglidertem System auch die Gesamtschule, welche aber nicht mit der Ganztagsschule verwechselt werden dürfe. Um eine IGS oder KGS ins Leben zu rufen, müsse eine Stärke von 780 Schülern über die nächsten 14 Jahre gewährleistet sein. Wenn zusätzlich eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet werden soll, dann wird eine Schülerstärke von circa 980 vorausgesetzt. Das bedeutet für das Schulgebäude ungefähr 40 Klassenräume und 15 Fachräume. Erst wenn vom Schulträger diese Voraussetzungen gegeben sind und zusätzlich der Standort der Gesamtschule geklärt ist wird die im Kreis Cloppenburg schon zu diesem Zeitpunkt geforderte Elternbefragung notwendig.

Da im Kreis Cloppenburg kein Geld für einen Schulneubau da sei, wie Peter Friedhoff, FDP – Kreisvorsitzender und Mitglied im Kreistag, verdeutlichen konnte, ist die Frage, welche der bestehenden Schulen für die Einrichtung einer Gesamtschule geschlossen werden soll. „Und spätestens dann funktioniert Demokratie wieder.“, ist sich Björn Försterling sicher. Denn gegen den Elternwillen wird eine bestehende und funktionierende Schule wohl kaum geschlossen werden.

Die lebhaft geführte Diskussion der Runde, in der auch Lehrkräfte verschiedener Schulformen anwesend waren, hat gezeigt, dass viel Bewegung auf dem Schulmarkt ist. Wie Peter Friedhoff in seinem Schlusswort festgestellt hat, umfasst dieses Thema viele Felder, die miteinander verzahnt werden müssen. So wurden an diesem Abend auch immer wieder Ausflüge in die Sozial- oder Finanzpolitik unternommen, um die teilweise komplexen Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Am wichtigsten war den Liberalen an diesem Abend jedoch die Herausstellung einer unumstößlichen Tatsache: In der gesamten Diskussion reden wir über Menschen.