Zukunft für kleine Schulen im Verbund

Dahlke bildet eine Fraktionsgemeinschaft mit der Barßeler CDU. Die Bildungspolitik und der Erhalt kleiner Einheiten sind ein Schwerpunktthema des FDP-Kommunalpolitikers.

von Heinz-Josef Laing / Nordwest-Zeitung

Barßel - Joachim Dahlke (62) setzt auf das persönliche Gespräch. „Das zählt mehr als alle anderen Bemühungen“, sagt der Barßeler FDP-Kommunalpolitiker. Deswegen wird er jetzt im Wahlkampf sein Augenmerk verstärkt auf die direkte Begegnung mit den Wählern in der Gemeinde Barßel richten, an Informationsständen, auf der Straße oder an den Haustüren.

485 Stimmen erzielt
Liberale Politik im Gemeinderat vertritt der Apotheker aus Barßel bereits seit dem Jahre 2006. Damals schaffte er bei der Kommunalwahl und seiner ersten Kandidatur überhaupt den Sprung in den Gemeinderat. Joachim Dahlke: „485 Stimmen inklusive der Listenstimmen waren damals ein sehr gutes Ergebnis.“ Weil er jedoch als einziger Vertreter der Liberalen im Rat nicht viel ausrichten konnte, schloss sich Joachim Dahlke der CDU an und bildete gemeinsam mit den christdemokratischen Ratsvertretern eine Fraktion.

Das hat Dahlke nach eigenem Bekunden bis heute nicht bereut: „Ich bin bei der CDU-Fraktion sehr gut aufgehoben. Das ist ein kollegiales Miteinander. Meine Vorstellungen konnte ich dort durchsetzen.“

Auch in diesem Jahr ist Dahlke zur Kommunalwahl am 11. September der einzige Bewerber der Freien Demokratischen Partei in der Gemeinde Barßel: „Leider bin ich der einzige Kandidat, denn es ist sehr schwer, weitere Leute zu bewegen.“ Da es in Barßel keinen eigenen FDP-Ortsverband gibt, hat sich Dahlke dem Ortsverband Garrel angeschlossen. Unterstützung erhält er in seinem Wahlkampf auch vom FDP-Kreisverband, dessen kommunalpolitische Leitlinien für den Barßeler maßgeblich sind.

So nimmt die Bildungspolitik einen großen Stellenwert in den politischen Vorstellungen Dahlkes ein. Die fünf Grundschulen in der Gemeinde müssten erhalten bleiben, obwohl es immer weniger Kinder gebe. Notfalls müssten Schulverbünde geschaffen werden, in denen mehrere kleine Grundschulen unter dem Dach einer Schulleitung und eines Lehrerkollegiums geführt werden könnten, sieht der Barßeler eine Zukunft auch für kleinere Einheiten im Bildungsbereich.


Mehr Kooperationen
Zudem lege die FDP wegen der hohen Bedeutung frühkindlicher Bildung großen Wert auf eine enge Verzahnung der Grundschulen mit den örtlichen Kindertagesstätten. Dahlke: „Unsere toll geführten Kindertagesstätten sind ein Aushängeschild der Gemeinde Barßel. Dieses Angebot müssen wir ständig ausbauen, wenn es machbar ist.“

Mehr Kooperationen erhofft sich Joachim Dahlke durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen. Mit Blick auf die Einrichtung von Ganztagesangeboten für Schülerinnen und Schüler müsse diese Zusammenarbeit verstärkt werden. Mit der künftigen Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu Oberschulen werde der richtige Weg beschritten.

Wirtschaftspolitisch sieht Joachim Dahlke die Gemeinde Barßel gut aufgestellt. Die Planungen zur Neuentwicklung des geschäftlichen Zentrums von Barßel mit dem geplanten Neubau eines Einkaufszentrums seien ein wichtiger Schritt, um mittelfristig die Leerstände von Geschäften zu beenden.

Was die hohe Verschuldung der Gemeinde Barßel angeht, sieht der FDP-Politiker die Schuldigen nicht in den Reihen der Kommunalpolitiker. „Wir mussten in der Vergangenheit viele Pflichtaufgaben des Staates übernehmen. Dazu gehört beispielsweise der Bau von Kinderkrippen oder Mensen in den Schulen,“ ärgert sich Joachim Dahlke darüber, dass die staatlichen Vorgaben die Gemeindekasse über Gebühr belasteten. Zugleich sanken die Schlüsselzuweisungen des Landes Niedersachsen an die Gemeindekasse. Eine Reduzierung der kommunalen Schulden sei deshalb nur sehr schwer möglich. Gespart werden könne eigentlich nur bei den Ausgabeansätzen.


Interessenausgleich
Den wirtschaftlichen Erfolg der Region macht Dahlke auch an der Landwirtschaft fest. Der Nordwesten sei der größte Lebensmittelproduzent. Um Konflikte zu vermeiden, sei jedoch ein ständiger Interessenausgleich zwischen Landwirtschaft und Wohnbevölkerung erforderlich. Dabei sei es besonders wichtig, nicht unnötige bürokratische Hemmnisse aufzubauen. Dahlke: „Am Ende ist der unternehmerische Landwirt gefragt. Der darf von der Kommunalpolitik nicht alleine gelassen werden.“

Ein wichtiger Punkt ist für Dahlke ein Ausbau der Bürgerbeteiligung bei kommunalen Vorhaben. Dahlke: „Zwischen der örtlichen Politik und den Vorstellungen von Bürgern gibt es oft Diskrepanzen. Wir müssen die Bürger vor Ort stärker als bisher in unsere Entscheidungen einbinden.“

 

Quelle: Nordwest-Zeitung (www.nwzonline.de)