"Ich passe einfach in keine Schublade"

IM INTERVIEW: MARIA-ANNA BRINKMANN IST AB DEM 18. MÄRZ NEUE FDP-RATSFRAU IN DER GEMEINDE BÖSEL

Sie tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Olaf Müller an. Ab der nächsten Ratssitzung ist sie offiziell Mitglied des Rates.

Von Sebastian Kelm / Nordwest - Zeitung

Frage: Frau Brinkmann, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt. Wie kam es dazu, dass Sie ab März für die FDP im Rat der Gemeinde Bösel sitzen werden?

brinkmann: Ich war ja schon bei den letzten Kommunalwahlen angetreten, musste aber sehr bald feststellen, dass man als Parteilose schnell an seine Grenzen stößt. So ganz ohne Rückhalt durch eine Partei geht es eben doch nicht. Als die FDP dann an mich herangetreten ist, um mich zu fragen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte, habe ich nicht lange überlegt. Es hat zuvor aber auch schon Gespräche mit der CDU gegeben.

Frage: Wie überraschend war es für sie, dass Sie bereits jetzt einen Sitz im Rat bekommen sollen?

brinkmann: Ich stand ja schon als Nachrückerin auf der Parteiliste. Dass es schließlich aber so flott gegangen ist, damit hätte ich auch nicht gerechnet.

Frage: Möglich wurde ihr frühzeitiger Einzug in den Rat erst durch den Rücktritt von Olaf Müller. Was wissen Sie über die Gründe für seinen Mandatsverzicht?

brinkmann: Dazu kann und möchte ich nichts sagen! Ich kenne Olaf Müller zwar recht gut, habe aber auch eine Weile nicht mit ihm gesprochen.

Frage: Wie sehen denn Ihre politischen Ziele als Ratsfrau aus?

brinkmann: Ich möchte mich vor allem für Kinder und ältere Mitbürger einsetzen. Diese Randgruppen kommen oft zu kurz, da sich keiner für sie zuständig fühlt. Ich will mich verstärkt ihrer Probleme annehmen und gemeinsam mit den betroffenen Personen nach Lösungen suchen. Auch für meinen Heimatort Petersdorf will ich einiges bewegen. Im Hinblick auf meine persönliche politische Karriere habe ich mir bislang noch keine festen Ziele gesteckt.

Frage: Als was für eine Art Politikerin würden Sie sich selbst charakterisieren?

brinkmann: Ich passe einfach in keine Schublade. Deshalb war ich auch so lange parteilos.

Frage: Welche Stärken zeichnen denn die Politikerin Maria-Anna Brinkmann aus?

Brinkmann: Meine langjährige Verwaltungserfahrung dürfte wirklich von Vorteil sein. Ich weiß immerhin genau, wovon ich rede. Außerdem bin ich ein sehr hilfsbereiter und mitfühlender Mensch, halte überhaupt nichts von Holzhammer-Methoden. Mein Erfolgsrezept sind stattdessen Liebe, Hingabe und Geduld. Ich kann mich dennoch gut behaupten und werde mir ganz sicher von niemandem die Butter vom Brot nehmen lassen.

Frage: Ab der nächsten Ratssitzung am 18. März gehören Sie offiziell dem Rat an. Wie geht es bis dahin für Sie weiter?

brinkmann: Zunächst einmal muss ich natürlich erst noch FDP-Mitglied werden. Dies wird in Kürze geschehen. Dann werde ich mich mit meinen neuen Parteikollegen zusammensetzen, um die Agenda für die kommenden Wochen und Monate zu besprechen. Der Fraktion werde ich meine Standpunkte zu bestimmten Themen vorstellen. Da wird es mit Sicherheit noch einigen Diskussionsbedarf geben.